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Nine Saints of Ethiopia

Jedes Kinderzimmer ist eine Gegenwelt

Senza misura

Senza Misura - Ohne Takt

Senza Misura - DER FLÜCHTIGE RAUM DER BILDER

M’illumino d’immenso

EXVOTO





EXVOTO

 

Zur Bodeninstallation "EXVOTO" von Robert Weber

 

Wenn heute ein Mensch das menschliche Herz erklären will, so nimmt er einen Embryo und sieht, wie da die Blutgefäße sich aussacken und wie da ein Schlauch zunächst entsteht und dann das Herz sich allmählich formt. Ja so haben die alten Mysterienlehrer nicht zu ihren Schülern gesprochen! Das hätte ihnen viel weniger geschienen, als wenn man sich einen Strumpf strickt, weil ja schließlich der Vorgang so ganz ähnlich ausschaut.
Dagegen haben sie etwas anderes als ein ungeheuer Wichtiges hervorgehoben. Sie haben gesagt: das menschliche Herz ist ein Ergebnis des Goldes, das im Lichte überall lebt, und das von dem Weltenall hereinströmt und eigentlich das menschliche Herz bildet. Sie haben die Vorstellung gehabt: Da webt durch das Weltenall das Licht, und das Licht trägt das Gold. Überall im Lichte ist das Gold, das Gold webt und lebt im Lichte. Und wenn der Mensch im irdischen Leben steht, dann ist sein Herz - Sie wissen ja, nach sieben Jahren ändert es sich - nicht aus Gurken und aus dem Salat und aus Kalbsbraten aufgebaut, die der Mensch inzwischen gegessen hat, sondern da wußten diese alten Lehrer: das ist aus dem Golde des Lichtes aufgebaut. Und die Gurken und der Salat, die sind nur Anregung dazu, daß das im Lichte webende Gold vom ganzen Weltenall das Herz aufbaut.
Ja, die Leute haben anders geredet, und man muß sich dieses Gegensatzes bewußt werden, denn man muß ja wieder lernen, so zu reden, nur eben auf einer anderen Bewußtseinsstufe. Dasjenige, was zum Beispiel auf dem Gebiete der Malerei einmal da war, was dann verschwunden ist, wo man noch aus dem Weltenall heraus gemalt hat, weil man noch nicht die Schwere hatte, das hat seine Spur zurückgelassen - sagen wir zum Beispiel bei Cimabue und namentlich in der Ikonenmalerei der Russen. Die Ikone ist noch aus der Außenwelt, aus dem Makrokosmos gemalt; sie ist gewissermaßen ein Ausschnitt aus dem Makrokosmos. Dann aber war man einmal bei der Sackgasse angelangt. Da konnte man nicht weiter, weil einfach für die Menschheit diese Anschauung nicht mehr da ist. Hätte man malen wollen die Ikone mit innerem Anteil, nicht bloß aus der Tradition und aus dem Gebet heraus, dann hätte man wissen müssen, wie man das Gold behandelt.
Die Behandlung des Goldes auf dem Bilde, das war eines der größten Geheimnisse der alten Malerei.

 

Rudolf Steiner
Aus einem Vortrag vom 29. Juli 1923 in Dornach

 

 

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