Robert Weber Signet

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Nine Saints of Ethiopia

Jedes Kinderzimmer ist eine Gegenwelt

Senza misura

Senza Misura - Ohne Takt

Senza Misura - DER FLÜCHTIGE RAUM DER BILDER

M’illumino d’immenso

EXVOTO




Zu den Bildern der Ausstellung von Robert Weber

 

Begleitend zur Weihung des von Robert Weber geschaffenen, neuen Altarsteins in der Kapelle der
evangelischen Bildungsstätte Schwanwerder werden Bilder, hier im Wesentlichen Papierarbeiten und
ein Bild aus der umfangreichen Serie der ‚Weißen Bilder’, gezeigt.
Es handelt sich um meditative Arbeiten, bei denen der Begriff Ma von Bedeutung ist.
Ma ist ein japanisches Wort, welches keine gleichwertige englische oder deutsche Entsprechung hat.
Es kann ungefähr übersetzt werden mit „Leerstelle“, „Abstand“ oder mit „der Raum“ oder „der Raum
zwischen zwei strukturellen Teilen“.
Der Begriff Ma ist bedeutsam für die Vorstellung von „leerem Raum“ oder „negativem Raum.“ Dabei
handelt es sich nicht um eine messbare statische Größe und auch nicht um ein Nichts im Sinne von
Nicht-Vorhandensein, sondern um ein subjektives, formgebendes Element, als Raum zwischen zwei
Polen, die immer im Bewusstsein des Betrachters sind, als Stille zwischen den Worten, als zeitliches
Intervall. Dieser Raum verändert sich mit der Wahrnehmung, er erfährt Verschiebungen und
Umdeutungen.
Der taoistische Philosoph Lao Tse schrieb eingehend auf das Konzept von Ma in einem Gedicht:
The Uses of Not

Thirty spokes meet in the hub,
but the empty space between them
is the essence of the wheel.
Dreißig Speichen treffen die Nabe,
aber der leere Raum dazwischen
ist das Wesentliche des Rades.
Pots are formed from clay,
but the empty space between it
is the essence of the pot.
Töpfe werden aus Ton geformt,
aber der leere Raum dazwischen
ist das Wesentliche des Topfes.
Walls with windows and doors form the house,
but the empty space within it
is the essence of the house.
Wände mit Fenstern und Türen bilden das Haus,
aber der leere Raum innerhalb
ist das Wesentliche des Hauses.

 

Wesentlich sind in diesen Bildern also nicht die vordergründigen Farbereignisse, sondern vielmehr der
durch diese strukturierte Raum dazwischen.
Die dynamischen Farbsetzungen definieren den “leeren Raum”, gehen Beziehungen ein, und bringen
den Raum gleich einem musikalischen Akkord zum Schwingen.


 

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